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Betonangriff in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen

Veröffentlicht am 20.02.2014
Im Rahmen des 14. Abwasserseminars an der Bauakademie Biberach am 26.03.2009 referierte Dr.-Ing. Reinhold Rölle vom Ingenieurbüro Dr.-Ing. Götzelmann u. Partner GmbH, Stuttgart über:

 "Betonangriff in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen" Hochschule Biberach

"Bislang galt im Siedlungswasserbau die Devise, dass die Betongüte von WU-Beton im Einsatz von überwiegend kommunalem Abwasser genügend Schutzwirkung auffweist. Im DWA Regelwerk gilt kommunales Abwasser ohnehin als nur "schwach betonangreifend" und ist nach der Norm in der Expositionsklasse XA1 einzuordnen.
Die reparaturbedürftige Leerung von Belebungs-, Nachklärbecken wie auch Schellsandfilter zeigt jedoch einen Betonangriff auf, der in diesem Ausmaß und nach einer Nutzungsdauer von z. T. erst 15 Jahren nicht erwartet wurde. "
Zitat aus der Zusammenfassung des Manuskriptes von Dr.-Ing. Reinhold Rölle (siehe auch unter

► Hintergründe:

► Ursachen )
weiteres Zitat aus Punkt "5.3. Betriebliche Massnahmen"
Die verfahrensbedingten Vorgänge in den biologischen Stufen von Kläranlagen führen im Ergebnis zur Einflussnahme auf das KKG und häufig zum Auftreten von kalkangreifender freier Kohlensäure CO2. .
Es liegt demzufolge nahe, durch Additive wie Kalkhydrat, .....  , ... oder Calcium-Magnesium-Carbonat [CaMg(CO3)2] - auch als Dolomit bezeichnet, die Pufferschwäche im gereinigten Abwasser auszugleichen. Der Gefahr der Überdosierung von kalkhaltigen Additiven kann durch Vermeidung der Dosierung des theoretischen vollständigen Materialbedarfs zur KKG-Sättigung begegnet werden. Eine ca. 75 %ige Dosierung von Kalkhydrat vermeidet Calcitausfällungen, ohne dass die positive Wirkung auf die Belebtschlammflocken ausbleibt. Die Wiedereinstellung des KKG durch Kalkhydrat führte zur Verbesserung der Belebtschlammflockenstruktur einhergehend mit geringerem Suspensagehalt in der Nachklärung .....

Eigene Erfahrungen mit sogenannten "Dolomitreaktoren" bei denen sich die anwesende freie Kohlensäure an dem Angebot an Calcium "selbst bedient" sind ebenfalls positiv.

Ob beide Zugabestrategien zur Verminderung der kalkangreifenden freien Kohlensäure und zur Verminderung des Betonangriffs ausreichend sind, bedarf längerfristig angelegter Untersuchungen. Noch kann der Siedlungswasserbauer, namentlich der Planer von mechanisch biologischen Kläranlagen nicht abschätzen, ob und wenn ja, welches Maß an Betonangriff zu erwarten ist. Die Einstufung "schwach betonangreifend" wird der allgemein erwarteten Nutzungsdauer von 40 bis 50 Jahren wohl nicht gerecht. "